Selbstbildnis am Tisch
Platte: 17,8 cm × 12,8 cm (178 × 128 mm)
Zu den einflussreichsten Texten der Frauenbewegung gehört „A Room of One’s Own“ (Ein Zimmer für sich allein), den die britische Schriftstellerin Virginia Woolf 1929 veröffentlichte. Darin betont die Autorin, wie wichtig ein eigener Rückzugsraum für kreatives Arbeiten ist. Doch nur wenige Künstler:innen konnten sich seinerzeit diesen Luxus leisten und mussten deshalb Kompromisse eingehen. „Überhaupt zeichne ich jetzt ungleich mehr als ich male, aus der praktischen Überlegung, dass ich in Berlin für die ersten Jahre meiner Verheiratung kaum Geld genug haben werde, um ein Atelier zu mieten“, schreibt Kollwitz an ihren Künstlerkollegen Paul Hey. „Und in engen Stuben, die man bewohnt, Ölbilder zu malen, das ist ein trauriger Gedanke. Das Radieren ist noch lange nicht so umständlich.“ [1] Das frühe Selbstbildnis zeigt sie am Esstisch ihrer Berliner Wohnung. Er ist der Lebensmittelpunkt der jungen Familie. Hier in der großen Stube steht der Kinderwagen, hier fertigt sie ihre ersten Radierungen an. (Barbara Herzog)
[1] Käthe Kollwitz in einem Brief an Paul Hey, 26. Februar 1891, zit. nach Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867–1945). Zeichnungen und seltene Graphiken im Berliner Kupferstichkabinett, Bilderheft der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Heft 79–81, Berlin: Gebr. Mann, 1995, S. 16.
One of the most influential texts of the women’s movement is “A Room of One’s Own”, published by the British writer Virginia Woolf in 1929. In the essay, the author points out how important it is to have a personal retreat for creative work. However, at the time, very few artists had access to this luxury and were therefore forced to make compromises. “I now draw considerably more than I paint from the practical consideration that, in Berlin, in the first few years of my marriage, I hardly had enough money to rent a studio,” Käthe Kollwitz wrote to her fellow artist Paul Hey. “And to paint oil paintings in the cramped rooms in which one resides is a sorry thought. Etching is far less laborious.” [1] The early self-portrait shows the artist seated at a dining table in her Berlin apartment. The center of the young family’s life, the large room features the baby carriage, and it is also where she produces her first etchings. (Barbara Herzog)
[1] Käthe Kollwitz in a letter to Paul Hey dated 26 February 1891, quoted from Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867–1945): Zeichnungen und seltene Graphiken im Berliner Kupferstichkabinett, picture book of the Staatliche Museen zu Berlin—Prussian Cultural Heritage Foundation, vols. 79–81, (Berlin: Gebr. Mann, 1995), 16.
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