Zollstockpalme
Künstler:in
Sigmar Polke
(1941 – 2010)
Date1966, publ. 1968
MediumOffsetdruck
Display DimensionsBlatt: 29 x 20,3 cm (290 x 203 mm)
ClassificationsDruckgrafik
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg
Object numberBA 17079_1-15_2
Provenance2010 Ankauf
About the workSigmar Polke belonged to the generation of German artists of the 1960s whose work is now part of art history. From the start of his career he questioned artistic conventions. Together with Gerhard Richter and Konrad Lueg he established a German version of Pop Art between 1963 and 1966 with the provocative title "Capitalist Realism." In this movement, trivial objects played a fundamental role in the production of art.
Today, commentators on Sigmar Polke’s work almost always mention his most famous painting from 1969, a white-primed canvas with the right upper corner painted black. The reason for this depiction can be found at the bottom of the picture: "Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!" (higher beings ordered me to paint the right upper corner black!). It is often forgotten that this was not the 28-year-old artist’s first encounter with "higher beings." A year earlier, Polke had presented a similar encounter in a multi-part work consisting of panels with text and images. Fourteen offset prints from photographs were made of this installation by the artist together with Chris Kohlhöfer and published by René Block under the title "Höhere Wesen befehlen" (higher beings ordain). The use of the present tense make it clear that, unlike the painting, the higher beings are still active. Each of the fourteen sheets has a subtitle in which the subject, what the things are doing, and the interaction with them are once again named. [Petra Reichensperger, 2015]
Sigmar Polke zählt zur deutschen Künstler:innengeneration der 1960er-Jahre, die mittlerweile mit ihren Werken Geschichte geschrieben hat. Von Anfang seiner Karriere an hat er die Konventionen des künstlerischen Schaffens infrage gestellt. Gemeinsam mit Gerhard Richter und Konrad Lueg hatte Polke zwischen 1963 und 1966 eine deutsche Variante der Pop-Art unter dem provokanten Slogan „Kapitalistischer Realismus" ausgerufen. In dieser Bewegung kam den trivialen Gegenständen eine grundlegende Rolle bei der Kunstproduktion zu.
Heute kommen Kommentatoren von Sigmar Polkes Werk nur selten ohne den Hinweis auf eines seiner berühmtesten Gemälde von 1969 aus: eine weiß grundierte Leinwand, deren rechte obere Ecke schwarz bemalt ist. Am unteren Bildrand ist die Begründung für diese Darstellung zu lesen: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!" Oft wird dabei vergessen, dass dies nicht die erste dokumentierte Begegnung des damals 28-jährigen Malers mit den „höheren Wesen" war. Ein Jahr zuvor hatte Polke in einer mehrteiligen Arbeit, die aus Text- und Bildtafeln besteht, ein ähnliches Zusammentreffen inszeniert. Aus dieser Inszenierung sind 14 Offsetdrucke nach Fotografien hervorgegangen, die der Künstler zusammen mit Chris Kohlhöfer hergestellt hat und die von René Block herausgegeben wurden. „Höhere Wesen befehlen" lautet der Titel dieser Grafiken. Die Verwendung des Präsens lässt keinen Zweifel daran, dass im Gegensatz zum Gemälde hier die höheren Wesen immer noch agieren. Jedes der 14 Blätter wird von einem Untertitel begleitet, in dem das Gezeigte, das Agieren der Dinge und das Agieren mit den Dingen, nochmals benannt werden. [Petra Reichensperger, 2015]


