Rose of Sapatão
Objekt: 17 x 7,8 x 6,5 cm (170 x 78 x 65 mm)
Objekt: 85 cm (850 mm)
Objekt: 9 x 85 cm (90 x 850 mm)
Objekt: 90 x 85 cm (900 x 850 mm)
In her work, Nilbar Güreş combines performative elements with video, photography, collage, and object art. She often uses textiles and everyday objects from the domestic sphere in her installations, thereby referring to cultural—specifically female or queer—identity codes. Her work takes a strong political stance and often addresses sexism and gender inequality. In doing so, her narrative presentations show ways out of patriarchal structures with a subtle, subversive sense of humor, but without denying social reality.
Rose of Sapatão (2014) was created for the 31st São Paulo Biennial and was acquired in 2015 along with three other works by the artist. Sapatão means “big shoe” in Portuguese but is also used as a derogatory term for queer women. Here a rose grows out of this shoe and bends over a dildo to give it a kiss. The scene is rounded off by a traditional low Anatolian table with a crocheted cloth from Güreş’ dowry chest, which serves as a small stage for the installation. In 2020, another work by Güreş was acquired for the museum’s collection: the textile sculpture Under the Skin (2019) shows two amorphous figures who turn to each other as if for a heartfelt kiss. They are made from the kind of pillows that are given to bridal couples in Turkey and stand for the wish Bir yastıkta kocasınlar (May they grow old on a pillow), but at the same time refuse a heteronormative identification as “man” and “woman.” (Christina Penetsdorfer)
Nilbar Güreş vereint in ihrem Werk performative Elemente mit Video, Fotografie, Collage und Objektkunst. Oft verwendet sie in ihren Inszenierungen Textilien und Alltagsgegenstände aus dem häuslichen Bereich und verweist damit auf kulturelle – insbesondere weibliche oder queere – Identitätscodes. Ihre Arbeiten vertreten einen starken politischen Standpunkt und thematisieren häufig Sexismus und Geschlechterungleichheit. Ihre erzählerischen Darstellungen zeigen dabei mit feinem subversivem Humor Auswege aus den patriarchalen Strukturen auf, ohne allerdings die gesellschaftliche Realität zu verleugnen.
Rose of Sapatão (2014) entstand für die 31. Biennale von São Paulo und wurde 2015 mit drei weiteren Werken der Künstlerin angekauft. Sapatão bedeutet auf Portugiesisch „großer Schuh“, wird aber auch als abwertende Bezeichnung für eine queere Frau verwendet. Hier wächst aus diesem Schuh eine Rose heraus, die sich über einen Dildo beugt, um ihm einen Kuss zu geben. Abgerundet wird die Szenerie durch einen traditionellen niedrigen anatolischen Tisch mit einer Häkeldecke aus Güreş’ Mitgifttruhe, der als kleine Bühne für die Inszenierung dient. 2020 wurde ein weiteres Werk von Güreş für die Sammlung des Museums angekauft: Die Textilskulptur Under the Skin (2019) zeigt zwei amorphe Figuren, die sich wie zu einem innigen Kuss einander zuwenden. Sie sind aus jenen Kissen gemacht, die Brautpaaren in der Türkei geschenkt werden und die für den Wunsch Bir yastıkta kocasınlar (Mögen sie auf einem Kissen alt werden) stehen, gleichzeitig aber eine heteronormative Zuordnung in „Mann“ und „Frau“ verweigern. (Christina Penetsdorfer)
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