Untitled (Secession) 5
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Angelika Loderer modifies techniques from classical sculpture in her sculptures, reusing its materials, tools, and formal vocabulary in an unconventional way. In “Untitled (Secession)”, for example, she employs metal and multicolored sand, which is used in the metal casting process to create molds and accumulates as a wear and waste product. In a damp state, it is malleable; it becomes stable as it dries. These sculptures—fragile and fleeting yet exceedingly present in their materiality—are an experiment in forming, gravity, material properties, environmental conditions, and random processes; a balancing act evoking the cycles and processes of nature, each individual component existing in a finely balanced yet delicate equilibrium. Thus Loderer’s sculptures chronicle not only their own ephemerality but, as the artist herself says, the endangerment of ecosystems and the precarious conditions caused by human interference: “My sculptures try to capture moments, to become pieces of evidence of these moments. I want to make vulnerability visible, which we otherwise don’t pay enough attention to, or perhaps can’t even see.” [1] (Stefanie Grünangerl)
[1] Quoted in Ursula Pokorny, “Angelika Loderer: Disappear on Sight,” in PW-Magazine, 1 May 2022, https://pw-magazine.com/2022/angelika-loderer-disappear-on-sight (accessed 15 April 2024).
Angelika Loderer wandelt für ihre Skulpturen klassische bildhauerische Techniken ab und bringt deren Materialien, Hilfsmittel und Formenvokabular auf unkonventionelle Art und Weise erneut zum Einsatz. So nützt sie für „Untitled (Secession)“ neben Metall verschiedenfarbigen Sand, wie er in der Metallgießerei zur Herstellung von Gussformen Verwendung findet und dort als Verschleiß- und Abfallprodukt anfällt. Im feuchten Zustand ist er formbar, während der Trocknung wird er stabil. Ein Experimentieren mit Formgebung, Schwerkraft, Materialeigenschaften, Umweltbedingungen und Zufallsprozessen formt diese fragilen, in ihrer Materialität aber sehr präsenten und immer nur temporär existierenden Skulpturen. Ein Balanceakt, der an Kreisläufe und Prozesse in der Natur erinnert, deren einzelne Komponenten sich in einem fein austarierten, aber labilen Gleichgewicht befinden. So erzählen Angelika Loderers Skulpturen nicht nur von ihrer eigenen Vergänglichkeit, sondern – wie sie selbst sagt – zugleich von der Gefährdung von Ökosystemen sowie von prekären Verhältnissen durch den Eingriff des Menschen: „Meine Skulpturen versuchen, Momente einzufangen, Beweisstücke für diese Momente zu werden. Ich möchte Verwundbarkeit sichtbar machen, die wir sonst zu wenig beachten oder vielleicht gar nicht sehen können.“ [1] (Stefanie Grünangerl)
[1] Zit. in: Ursula Pokorny, „Angelika Loderer: Disappear on Sight“, in: PW-Magazine, 1. Mai 2022, https://pw-magazine.com/2022/angelika-loderer-disappear-on-sight (15.04.2024).

