Ohne Titel (Teppichklopfer)
Künstler:in
Wiebke Siem
(geboren 1954)
Date2014
MediumEPDM-Kautschuk, Draht, Holz
Display DimensionsObjekt: 460 × 131 × 12 cm (4600 × 1310 × 120 mm)
ClassificationsSkulpturen, Objekte, Installationen
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg – angekauft mit Mitteln der Generali Foundation
Museum der Moderne Salzburg—Purchased with funds by Generali Foundation
Object numberBA 17302
Provenance2020 Ankauf
Collections
As in earlier works, Wiebke Siem here alienates an everyday household object by oversizing it. The black color of her roughly four-meter-high carpet beater, woven from a rubber strand, lends this object something graphic, suggesting a menacing shadow and suggesting an association with "black pedagogy." The artist, in turn, refers to Surrealism and in particular the art of Hans Bellmer (1902-1975): "My works are always ambiguous. A carpet beater is of course a household item and is used to beat the dust out of carpets. This ancient model of a beater appears as a silhouette in some of Hans Bellmer's disturbing photographic works. He employs it as an erotic fetish threatening, or promising, a beating. It is important to bear in mind that much of Bellmer's dark work was created in times of exile and persecution when death and danger were ever present. The derangement is never just one of the individual but always of society as a whole." [1] [Lena Nievers, 2022]
[1] Quote by the artist from: Wiebke Siem. The Maximum Minimum, exhibition cat., Salzburg: Museum der Moderne Salzburg; Munich: Hirmer Verlag, 2022, p. 38.
Wie bereits in früheren Werken verfremdet Wiebke Siem hier einen alltäglichen Haushaltsgegenstand, indem sie ihn überdimensioniert. Die schwarze Farbe ihres rund vier Meter hohen, aus einem Kautschukstrang geflochtenen Teppichklopfers verleiht diesem Objekt etwas Grafisches, lässt an einen bedrohlichen Schatten denken und legt die Assoziation an „schwarze Pädagogik" nahe. Die Künstlerin wiederum bezieht sich auf den Surrealismus und insbesondere die Kunst Hans Bellmers (1902–1975): „Meine Arbeiten sind immer mehrdeutig. Ein Teppichklopfer ist natürlich ein Haushaltsgegenstand und dient dazu, staubige Teppiche auszuklopfen. Dieses alte Modell eines Teppichklopfers taucht in einigen der verstörenden Fotoarbeiten Hans Bellmers als Schattenwurf auf. Er benutzt ihn als erotischen Fetisch, der Schläge androht oder verspricht. Man muss bedenken, dass viele von Bellmers düsteren Arbeiten in der Zeit des Exils und der Verfolgung entstanden sind. Tod und Bedrohung waren allgegenwärtig. Die Verstörung ist nie nur eine des Individuums allein, sondern immer eine der ganzen Gesellschaft." [1] [Lena Nievers, 2022]
[1] Zitat der Künstlerin aus: „‚Der männliche Blick ist ein tückischer Gegner.‘ Wiebke Siem im Gespräch mit Lena Nievers", in: Wiebke Siem. Das maximale Minimum, Ausst.-Kat., Salzburg: Museum der Moderne Salzburg; München: Hirmer Verlag, 2022, S. 38.


