Sans Domicile Fixe
Künstler:in
Anatoliy Babiychuk
(geboren 1975)
Date2020
MediumPigmentdruck auf Barytpapier
Display DimensionsFoto: 30 cm × 45 cm
ClassificationsFotografie
Credit LineFotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg
Object numberDLF 2321_1-20_4
Provenance2021 Dauerleihgabe
DepartmentFotosammlung des Bundes
Bibliography
- ÖKat Sal MdM 598The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024168-169
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024168-169
Während seines dreimonatigen Aufenthaltes in Paris im Sommer
2020 lernte der aus der Ukraine stammende und seit 1998 in
Wien lebende Fotograf Anatoliy Babiychuck einige Obdachlose
kennen, die auf der Straße in unmittelbarer Nähe zu seiner
Unterkunft ihr provisorisches Nachtlager aufgeschlagen hatten.
Um mehr über das Schicksal dieser Menschen und über die
ungeschriebenen Gesetze der Straße zu erfahren, unterhielt er
sich abends stundenlang mit den Männern. Schlussendlich
erklärte sich Vladimir, ein Flüchtling aus Russland bereit, an
dieser Fotoserie mitzuwirken. Der Künstler durfte ihn eine
Woche lang begleiten, um einen Einblick in seine Lebenswirklichkeit
zu bekommen. Babiychuk fotografierte in der Folge
die für die Wohnungs- und Besitzlosen wichtigen Orte: soziale
Einrichtungen, in denen sie warmes Essen erhalten, Orte,
an denen sie ihr weniges Hab und Gut verwahren können und
natürlich ihre Schlafplätze. Das Ergebnis dieser gemeinsamen
Streifzüge durch Paris war die zwanzigteilige Serie „Sans
Domicile Fixe“, welche die Diskrepanz zwischen der sich
tagsüber den Tourist:innen prachtvoll zeigenden Metropole und
der nächtlichen Stadt mit den zahllosen Provisorien aus
Schlafsäcken und Zelten dokumentiert. Für Babiychuk wirft
das Eintauchen in die Welt der obdachlosen Menschen
letztendlich mehr Fragen auf, als es Antworten bereithält. (Barbara Herzog)
On a three-month stay in Paris in the summer of 2020, the
Ukrainian-born photographer Anatoliy Babiychuk—a resident of
Vienna since 1998—befriended several homeless people who
had set up their makeshift camp close to his lodgings. To find out
more about their fate and to experience the unwritten laws of
the street, he spent hours talking with the men in the evenings.
Eventually, Vladimir, a refugee from Russia, agreed to take
part in this photo series. The artist was allowed to spend a week
with him, gaining insight into his day-to-day reality. Babiychuk
photographed locations important to the homeless and dispossessed:
Social institutions where they could receive a warm
meal, places where they could store their few belongings, and,
of course, the places where they slept. The result of their
shared wanderings through Paris is the twenty-part series “Sans
Domicile Fixe” (Homeless), which documents the disparity
between the daytime metropolis, which appears so splendid
in the eyes of its tourists, and the nighttime city, with its
innumerous temporary structures of tents and sleeping bags.
For Babiychuk, his journey into the world of the homeless
ultimately raises more questions than answers. (Barbara Herzog)

