Sich umarmendes Paar
Künstler:in
Gustav Klimt
(1862 - 1918)
Date1898/99
MediumBleistift auf Papier
Display DimensionsBlatt: 45 cm × 31,7 cm (450 × 317 mm)
ClassificationsGrafik
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg – Leihgabe der Oesterreichischen Nationalbank
Object numberBD 150
ProvenanceGalerie Wolfgang Gurlitt, München; Privatbesitz, München; Galerie Welz, Salzburg; 1987 Ankauf der Österreichischen Nationalbank bei der Galerie Welz; Seit 1987 Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank
About the workDie intime Bleistiftzeichnung von Gustav Klimt ist eine Vorstudie
zu seinem Gemälde „Philosophie“, das eigentlich die
Decke des Festsaals der Wiener Universität zieren sollte. 1894
beauftragte das Unterrichtsministerium die Künstler Franz
Matsch und Gustav Klimt, die zusammen die Künstler-Compagnie
bildeten. Ein zentrales Gemälde sollte von allegorischen
Darstellungen der vier Wiener Fakultäten gerahmt werden.
Klimt übernahm die Fakultätsbilder „Philosophie“, „Medizin“
und „Jurisprudenz“. Während der vorbereitenden Arbeit wandelte
sich sein Stil vom Historismus zum Symbolismus. Klimt
entfernte sich nicht nur zunehmend von den genehmigten
Entwurfszeichnungen, sondern auch von dem Kunst- und
Moralverständnis
seiner Zeit. Statt traditioneller, allegorischer
Darstellungen wandte sich der Künstler, der sich intensiv
mit Sigmunds Freuds Forschungen zur Sexualität und zum Unbewussten
auseinandergesetzt hatte, gesellschaftlich tabuisierten
Themenfeldern zu. Eine Vielzahl unbekleideter Figuren
sowie die explizite Darstellung von Sexualität führten jedoch
zur ablehnenden Haltung seitens der Auftraggeber- und
Professorenschaft, riefen bei der öffentlichen Präsentation in
der Wiener Secession im Jahr 1900 allgemeine Missbilligung
und Empörung hervor, woraus sich einer der größten Kunstskandale
Österreichs entwickelte. Klimt protestierte gegen
die Angriffe auf die künstlerische Freiheit und trat unter Verzicht
auf sein Honorar vom Auftrag zurück. (Barbara Herzog)
The intimate pencil drawing by Gustav Klimt is a preliminary
study for his painting “Philosophie” (Philosophy), which was
originally intended for the ceiling of the Great Hall at the University
of Vienna. In 1894, the Ministry of Education commissioned
artist Franz Matsch and Gustav Klimt, who together
formed the Artists Company to create a central painting,
which was to be framed by allegorical representations of the
four Vienna faculties. Klimt undertook the faculty paintings
“Philosophie”, “Medizin”, and “Jurisprudenz” (Philosophy, Medicine,
and Law). During his preparations, his style changed from
Historicism to Symbolism. Klimt deviated increasingly from not
only the approved design drawings but the artistic and moral
sensibility of his time. Instead of traditional allegorical representations,
the artist, who had engaged intensively with
Sigmund Freud’s research on sexuality and the unconscious,
turned to socially taboo topics. However, the many nude
figures and explicit representations of sexuality drew opposition
from the client and professors, and its public presentation at
the Vienna Secession in 1900 was met with general disapproval
and indignation, developing into one of Austria’s greatest art
scandals. Klimt protested against the attacks on artistic freedom
and withdrew from the commission, relinquishing his fee. (Barbara Herzog)
Bibliography
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- ÖTop Wie 1900 24Intermezzo : Gustav Klimt und Wien um 1900WeitraBibliothek der Provinz200435illustrated
- SKat 250Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202439
- ÖKat Sal MdM 581Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202439
- SKat 255The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024288-289illustrated
- ÖKat Sal MdM 602The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202435
- ÖKat Sal MdM 236Zum Bestand : Aus dem Kunstbesitz der Salzburger Landessammlungen Moderne Galerie und Graphische Sammlung RupertinumSalzburgGalerie Welz198839illustrated
- SKat 257The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202435
- ÖKat Sal MdM 203Die sinnliche Linie : Klimt - Schmalix - Araki - TakanoWeitraBibliothek der Provinz200596illustrated
- SKat 254Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024288-289illustrated
- SKat 251The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202439
- ÖKat Sal MdM 582The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202439
- SKat 256Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202435
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024288-289illustrated
- The Grafik 179Im Blätterrausch : Zeichnungen, Aquarelle, Collagen bis 1945SalzburgMuseum der Moderne Salzburg201057illustrated
- ÖKat Sal MdM 342Im Blätterrausch : Zeichnungen, Aquarelle, Collagen bis 1945SalzburgMuseum der Moderne Salzburg201057illustrated
- ÖKat Sal MdM 601Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202435


