Entsorgungskalender. Den Atompark in Gorleben betreffend
Künstler:innengruppe
Werkstatt Rixdorfer Drucke
(1963 – 2017)
Date1978
MediumTypografie
Display DimensionsBlatt: 100,1 x 70,2 cm (1001 x 702 mm)
ClassificationsDruckgrafik
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg
Object numberBA 2820_1-13_1
Provenance1981 Ankauf
About the workDie Werkstatt Rixdorfer Drucke ist das älteste, noch bestehende
deutsche Künstlerkollektiv. Gegründet wurde es von Uwe
Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno
Waldschmidt. Aufgrund der engen Verbindung mit der literarischen
Szene Berlins durch ihr Mitglied Günter Bruno Fuchs,
der als Schriftsteller und Poet tätig war, ist die künstlerische
Gestaltung von und mit Texten ein wichtiges stilistisches Merkmal
ihrer Werke. Bilderbögen, Flugblätter, Buchillustrationen
Kalender und andere Drucksachen entstanden vor allem als
Holzschnitte und setzen sich mit aktuellen kulturpolitschen
Themen in Deutschland auseinander.
Das politische Engagement der Gruppe zeigt sich im „Entsorgungskalender“, der mit zwölf illustrierten Kalendersprüchen von Hellmuth Feyer versehen ist. Er erinnert an Kalender aus dem ländlichen Raum, mit denen die Landkreise auf Termine zur spezifischen und korrekten Entsorgung besonderer Schadstoffe hinweisen und Tipps und Informationen geben. Der einfache grafische Aufbau der Kalenderblätter zeugt von der Gefahr, die von Atommüll im vielfach mit Idylle assoziierten ländlichen Lebensraum ausgeht. Mit dem Verkaufserlös unterstützten die Künstler die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in ihrem Kampf gegen die Einrichtung des Atommülllagers Gorleben. Der Protest blieb erfolglos: Das Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall ging 1995 in Betrieb. (Tina Teufel)
Das politische Engagement der Gruppe zeigt sich im „Entsorgungskalender“, der mit zwölf illustrierten Kalendersprüchen von Hellmuth Feyer versehen ist. Er erinnert an Kalender aus dem ländlichen Raum, mit denen die Landkreise auf Termine zur spezifischen und korrekten Entsorgung besonderer Schadstoffe hinweisen und Tipps und Informationen geben. Der einfache grafische Aufbau der Kalenderblätter zeugt von der Gefahr, die von Atommüll im vielfach mit Idylle assoziierten ländlichen Lebensraum ausgeht. Mit dem Verkaufserlös unterstützten die Künstler die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in ihrem Kampf gegen die Einrichtung des Atommülllagers Gorleben. Der Protest blieb erfolglos: Das Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall ging 1995 in Betrieb. (Tina Teufel)
Werkstatt Rixdorfer Drucke is the oldest existing artist collective
in Germany. It was founded by Uwe Bremer, Albert
Schindehütte,
Johannes Vennekamp, and Arno Waldschmidt.
Due to its close connection to Berlin’s literary scene through
its member the poet and writer Günter Bruno Fuchs, artistic
design of and with text is an important stylistic component
of its work. Sheets of images, flyers, book illustrations, calendars,
and other printed materials are made mainly as woodcuts
and address contemporary cultural-political themes in
Germany.
The group’s political engagement is evident in Entsorgungskalender. „Den Atompark in Gorleben betreffend“ (Waste Disposal Calendar: Regarding the Atomic Waste Facility in Gorleben), which features twelve illustrated calendar quotes by Hellmuth Feyer. It is made in the style of calendars issued by rural Landkreis authorities listing the dates for the proper disposal of specific pollutants, as well as information and tips. The simple graphic design of each calendar page highlights the danger posed by nuclear waste to rural, and frequently portrayed as idyllic, landscapes. The artists used the sales proceeds to support the citizen’s initiative Lüchow-Dannenberg in their struggle against the construction of the Gorleben nuclear waste disposal facility. The protest was unsuccessful: The repository for highly radioactive waste went online in 1995. (Tina Teufel)
The group’s political engagement is evident in Entsorgungskalender. „Den Atompark in Gorleben betreffend“ (Waste Disposal Calendar: Regarding the Atomic Waste Facility in Gorleben), which features twelve illustrated calendar quotes by Hellmuth Feyer. It is made in the style of calendars issued by rural Landkreis authorities listing the dates for the proper disposal of specific pollutants, as well as information and tips. The simple graphic design of each calendar page highlights the danger posed by nuclear waste to rural, and frequently portrayed as idyllic, landscapes. The artists used the sales proceeds to support the citizen’s initiative Lüchow-Dannenberg in their struggle against the construction of the Gorleben nuclear waste disposal facility. The protest was unsuccessful: The repository for highly radioactive waste went online in 1995. (Tina Teufel)
Bibliography
- ÖKat Sal MdM 581Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202419
- SKat 250Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202419
- SKat 255The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024212-215illustrated
- ÖKat Sal MdM 602The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202418
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024212-215illustrated
- ÖKat Sal MdM 582The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202419
- KGru Rix 330 Jahre Werkstatt Rixdorfer Drucke : 1963 - 1973 Berlin; 1974 - 1993 GümseGifkendorfMerlin199348illustrated
- SKat 254Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024212-215illustrated
- ÖKat Sal MdM 598The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024212-215illustrated
- SKat 256Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202418
- ÖKat Sal MdM 601Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202418
- SKat 251The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202419
- SKat 257The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202418


