Wrisbergholzen
Karton: 37 cm × 30,7 cm (370 × 307 mm)
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Zu den einflussreichsten Bild- und Wortkünstler:innen des 20. Jahrhunderts zählt Kurt Schwitters. Von ihm stammt das Kunstwort „Merz“, das er 1919 schuf und das zum Synonym für seine Person, sein Werk und alle seine weiteren künstlerischen Aktivitäten werden sollte. Sein Material fand er auf der Straße. Durch „Vermerzung“ enthob er die Fundstücke, die er auf seinen Spaziergängen durch die Stadt aufsammelte, ihrer ursprünglichen Funktion. Er komponierte die Abfälle des modernen Großstadtlebens nach klassischen Kriterien zu Collagen und wertete sie damit zum künstlerischem Material auf. „Man kann auch mit Müllabfällen schreien, und das tat ich, indem ich sie zusammenleimte und -nagelte.“ [1] Um seine Fundstücke zu einem Kunstwerk vereinen zu können, musste er sie zuerst „entformeln“, wie er es nennt, ihnen ihr „Eigengift“ nehmen – sie ihres individuellen Charakters berauben. Dafür gab er ihnen ihre ursprüngliche Reinheit zurück und fügte sie zu einer neuen Ordnung zusammen. Schwitters war einer der ersten Künstler:innen, die das Unnütze und Wertlose in ihr Werk integrierten, und zählt damit zu den bedeutendsten Vertreter:innen der internationalen Avantgarde. Die Diffamierung seiner Kunst als „entartet“ durch die Nationalsozialisten zwang den Künstler 1937 in die Emigration. (Barbara Herzog)
[1] Zit. nach Siegfried Gohr, „Die wilde Ehe der Materialen – Zu den Collagen von Kurt Schwitters“, in: Schwitters, Ausst.-Kat. Wien: Kunstforum, Wien: Jung und Jung, 2002, S. 78.
Kurt Schwitters is considered one of the most influential visual artists and wordsmiths of the twentieth century. He is the inventor of the artificial word “Merz,” which he created in 1919 as a synonym for his person, his work, and all his other activities as an artist. He found his material on the street. Through a process of “Vermerzung,” he removed found objects, gathered during walks through the city, from their function. He used classical criteria to compose the waste of modern city life into collages, thus elevating them to art materials. “It’s also possible to scream with rubbish, and I did that by gluing and nailing it together.” [1] To successfully combine his found objects into works of art, he first needed to “dissociate” them (“entformeln”), to take their “Eigengift” (self-poison)—to rob them of their individual character. In return, he restored them to their original purity and assembled them in a new arrangement. Schwitters was one of the first artists to integrate the useless and worthless into his work and is thus considered one of the most important representatives of the international avant-garde. The defamation of his art as “degenerate” by the Nazis forced the artist to emigrate in 1937. (Barbara Herzog)
[1] Quoted from Siegfried Gohr, “Die wilde Ehe der Materialen—Zu den Collagen von Kurt Schwitters,” in Schwitters, exh. cat. (Vienna: Kunstforum; Vienna: Jung und Jung, 2002), 78.
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