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Flüchtlingsteppich
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Flüchtlingsteppich
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Flüchtlingsteppich

Künstler:in (geboren 1961)
  • Wikipedia
  • GND
Date1999
MediumSiebdruck
Display DimensionsObjekt: 260 cm × 360 cm (2600 × 3600 mm)
ClassificationsDruckgrafik
Credit LineArtothek Land Salzburg am Museum der Moderne Salzburg
Object numberALS 0000093
ProvenanceArtothek / Kunstförderankauf Land Salzburg 2023
The constant point of departure for Monika Pichler’s artistic creations is photography: found footage material initially and then, since the 2010s, her own pictures exclusively. Her screen prints on fabrics, carpets, and other, often textile, materials frequently have the appearance of old hand-colored photographs and prints mounted on different elements. Memories and commentaries on the events of the day and impulses from her everyday experiences—nature, the cycle of life, and impressions from travel—form the thematic common thread.
In the 1990s, carpets already served as an important support in Pichler’s oeuvre, especially the early, and at first glance typical, colorful oriental carpet with its characteristic floral and geometric ornaments. Only upon closer examination is the sociopolitical critique underpinning it revealed. The inspiration for “Flüchtlingsteppich II” (Refugee Carpet II) is a television report showing footage of Albanian refugee families sitting in empty rooms on a carpet. The artist discovered that the carpet is the only item of transportable furniture that people in flight can take with them. Also, in the home decor of some countries, carpets are an important furnishing produced with specific stories in mind. While searching for carpet motifs from the region of Kosovo, Pichler came across no motifs of her own, but rather common patterns, such as Tabriz or Afghan. The artist used photographs of a father and mother with their child as a repeating border in the pattern for the carpet. In the center, there is a rotated, nonmirrored image of a group of people against a floral-patterned background: They are pictures of a stream of refugees, of people sitting on the floor, waiting. Thus their carpets cannot be assigned correctly to a location either; they are as “placeless” as refugees. (Tina Teufel)
Ausgangspunkt im künstlerischen Schaffen Monika Pichlers ist stets die Fotografie, anfangs Found-Footage-Material, seit den 2010er-Jahren ausschließlich eigene Bilder. Ihre Siebdrucke auf Stoffen, Teppichen und anderen, oft textilen Materialien wirken wie alte, handkolorierte Fotografien und Drucke, die aus unterschiedlichen Elementen montiert werden. Erinnerungen und Kommentare zum Zeitgeschehen sowie Impulse aus ihrem Alltag – der Natur, dem Kreislauf des Lebens oder Eindrücke von Reisen – bilden den thematischen roten Faden.
Bereits seit den 1990er-Jahren gehören Teppiche zu den zentralen Bildträgern im Schaffen Monika Pichlers. Besonders die frühen gleichen auf den ersten Blick einem typischen, farbkräftigen Orientteppich mit charakteristischen floralen und geometrischen Ornamenten. Erst bei näherer Betrachtung offenbart sich die gesellschaftspolitische Kritik, die ihnen unterliegt. Auslöser für „Flüchtlingsteppich II“ ist ein Fernsehbericht, in dem Bilder von albanischen Flüchtlingsfamilien gezeigt wurden, die in leeren Räumen auf einem Teppich sitzen. Der Künstlerin wurde bewusst, dass er das einzig transportable Wohnungsmobiliar ist, das auch auf der Flucht mitgenommen werden kann. In der Wohnkultur mancher Länder sind Teppiche zudem ein wichtiger Einrichtungsgegenstand, der mit spezifischen Geschichten versehen produziert wird. Auf der Suche nach Teppichmotiven, die aus der Region Kosovo kommen, stieß Pichler auf keine eigenen Motive, sondern auf gängige Muster wie Täbris oder Afghan. Die Künstlerin verwendete Fotos eines Vaters und einer Mutter mit ihrem Kind und setzte diese als sich wiederholende Bordüre in die Teppichmusterung ein. Im Zentrum erscheint das gedrehte, nicht gespiegelte Bild einer Menschengruppe, das sie mit Blumenmustern unterlegt: Es sind Bilder eines Stroms von Geflüchteten, von Menschen, die am Boden sitzen und warten. Somit sind auch ihre Teppiche keinem Ort richtig zuordenbar; sie sind ebenso „ortlos“ wie die auf ihnen dargestellten Menschen. (Tina Teufel)

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