Hausherr (Land Salzburg)
Lois Renner is considered one of the most successful artists
in Austria. Influenced by the family business Malerei Renner,
he studied at the Mozarteum University Salzburg and under
Gerhard Richter at the Kunstakademie Düsseldorf among
others. The characteristic feature of his artistic practice became
the miniature models of his studio spaces, which are themed
and thus reference the artist’s own work, art history, and its iconography.
However, the end product was always a large-format
photograph presented like a large-format painting. The
models served as a stage for pictures and a long-term study
of the relationship between photography and painting. Each
contains an object exposing the documented space as
model illusion. Although the end product of his work was usually
a photograph, Renner always considered himself a painter.
The picture “Hausherr (Land Salzburg)” (Householder [State
of Salzburg]) plays with the artist’s ancestry, which is present
not only in the logo for the regional government of Salzburg
printed on the frame for the model, but in the painted self-portrait
portraying him in a Salzburger, the region’s traditional
men’s costume. Renner, with painter’s palette in hand, the
paintbox behind the canvas, and other props of everyday
artistic production—which he himself refers to as an “objectification
of the idea of the studio,”—assumes the role of the
householder in his studio, an allusion to classical artists’ selfportraits.
[1] The birds-eye perspective gives the observer the
illusion of an overview. The skull in the bottom right of the picture
is more than just a popular vanitas symbol spanning
numerous artistic epochs. In this context, it is also an undistorted
reference to the most famous skull in art history from
the painting The Ambassadors by Hans Holbein from 1533.
(Tina Teufel)
[1] Maribel Königer, “Kommentiertes Verzeichnis der Bilder 1991–2002,” in Lois Renner: Bilder / Pictures 1991–2002, ed. Maribel Königer (Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2003), 184.
Lois Renner gilt als einer der erfolgreichsten Künstler:innen
Österreichs. Geprägt durch den handwerklichen Familienbetrieb
Malerei Renner, studierte er unter anderem an der Universität
Mozarteum in Salzburg und bei Gerhard Richter an der
Kunstakademie Düsseldorf. Charakteristisch für seine Praxis
wurden die von ihm in verkleinertem Maßstab nachgebauten
Modelle seiner Atelierräume, die thematisch bespielt und so
Bezüge zu seinem eigenen Schaffen, der Kunstgeschichte
und ihrer Ikonografie herstellten. Endprodukt war jedoch immer
eine großformatige Fotografie, die er vergleichbar
einem
großformatigen Gemälde präsentierte. Die Modelle dienten
ihm als Bühne für Bilder und als eine Art Langzeitstudie
über das Verhältnis von Fotografie und Malerei. Jedes enthält
ein Objekt, das den dokumentierten Raum als Modellillusion
entlarvt. Obschon das Endprodukt seines Schaffens meist eine
Fotografie war, verstand sich Renner immer als Maler.
Das Bild „Hausherr (Land Salzburg)“ spielt mit der Herkunft
des Künstlers, die nicht nur über ein im Gebälk des Modells
angebrachtes Logo der Landesverwaltung Salzburgs präsent
ist, sondern auch im gemalten Selbstporträt, das ihn im
sogenannten Salzburger, der landestypischen Männertracht,
zeigt. Gleichzeitig nimmt Renner mit der Malerpalette in
der Hand, dem Malkasten hinter der Leinwand und anderen
Versatzstücken im täglichen Gebrauch künstlerischer Produktion,
die er selbst als „Verdinglichung des Atelierbegriffs“
bezeichnet, die Rolle des Hausherrn in seinem Atelier ein,
als Zitat klassischer Künstlerselbstporträts. [1] Die Vogelperspektive
gewährt den Betrachter:innen die Illusion des Überblicks.
Der Totenschädel in der rechten unteren Bildecke ist nicht nur
beliebtes Vanitassymbol unterschiedlichster Kunstepochen,
sondern in diesem Fall auch ein entzerrtes Zitat des wohl
berühmtesten Schädels der Kunstgeschichte im Gemälde Die
Gesandten von Hans Holbein aus dem Jahr 1533. (Tina Teufel)
[1] Maribel Königer, „Kommentiertes Verzeichnis der Bilder 1991–2002“, in: Lois Renner. Bilder / Pictures 1991–2002, Hg. Maribel Königer, Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2003, S. 184.
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