Aus der Serie "Bürgerlicher Realismus"
Branko Lenart refers to his photographs as “subjective topography.” [1] His approach here is more than simply documentary: It is conceptually sophisticated, politically aware, and sociologically inquiring. His photographs question the way humans shape their living environment and the social contexts this reveals. His series “Bürgerlicher Realismus” (Bourgeois Realism) documents with a critical, ironic eye the living culture of the late 1970s: Front gardens crammed with garden gnomes, plastic animals, and the Graz clock tower; living rooms with opulent houseplants and Christmas trees; ubiquitous ornamental wallpaper and curtains and kitsch ornaments with the television in the middle show a bourgeois idyll that looks strangely abandoned and is devoid of humans. “Documenting this prissy Biedermeier world of illusion was a concern of mine at the time; it was also a way of making it more bearable for myself.” [2] (Stefanie Grünangerl)
[1] Branko Lenart, Bürgerlicher Realismus: Die Innenwelt einer Außenwelt ([Graz]: self-published, [1981]), unpaginated.
[2] Branko Lenart, “Branko Lenart im Gespräch mit Christiane Kuhlmann,” in Österreich Fotografie 1970–2000, ed. Walter Moser, exh. cat. (Vienna: Albertina; Salzburg: Museum der Moderne Salzburg; Cologne: Verlag der Buchhandlung König, 2017), 118.
Branko Lenart versteht seine Fotografie als „Subjektive Topographie“ [1], in der seine Herangehensweise als Fotograf keine rein dokumentarische, sondern ebenso eine konzeptuell durchdachte, zugleich politisch wache und soziologisch forschende ist. Er geht darin der Frage nach, wie der Mensch sein eigenes Lebensumfeld gestaltet und wie sich darin gesellschaftliche Zusammenhänge offenbaren. In der Serie „Bürgerlicher Realismus“ dokumentiert der Künstler mit kritischem und zugleich ironischen Blick die Wohnkultur der späten 1970er-Jahre: Vorgärten vollgestopft mit Gartenzwergen, Plastiktieren und dem Grazer Uhrturm; Wohnzimmer mit üppigen Zimmerpflanzen und Weihnachtsbäumen; überall ornamentale Tapeten und Vorhänge, kitschige Ziergegenstände und mittendrin der Fernsehapparat zeigen ein (klein)bürgerliches Idyll, das menschenleer bleibt und seltsam verlassen wirkt. „Das Dokumentieren dieser bieder( meierlich)en Scheinwelt war mir damals ein Anliegen und zugleich eine Möglichkeit, sie für mich leichter erträglich zu machen.“ [2] (Stefanie Grünangerl)
[1] Branko Lenart, Bürgerlicher Realismus. Die Innenwelt einer Außenwelt, [Graz]: Eigenverlag, [1981], o. S.
[2] Branko Lenart, „Branko Lenart im Gespräch mit Christiane Kuhlmann“, in: Österreich Fotografie 1970–2000, Hg. Walter Moser, Ausst.-Kat., Wien: Albertina, Salzburg: Museum der Moderne Salzburg; Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2017, S. 118.
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