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Künstler:in
Max Klinger
(1857 - 1920)
Date1878–1880; publ. 1924
MediumRadierung
Display DimensionsBlatt: 48 x 31,6 cm (480 x 316 mm)
Platte: 31,6 x 13,8 cm (316 x 138 mm)
Darstellung: 28,4 x 10,6 cm (284 x 106 mm)
Platte: 31,6 x 13,8 cm (316 x 138 mm)
Darstellung: 28,4 x 10,6 cm (284 x 106 mm)
ClassificationsDruckgrafik
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg
Object numberBA 5040_1-10_3
Provenance1983 Ankauf
Collections
Max Klinger is among the most important painters, sculptors, and printmakers in Germany of the waning nineteenth century. After studying at the Kunstakademie Karlsruhe, Klinger lived primarily in Leipzig, although he travelled a great deal throughout Europe and absorbed various influences from contemporaries, among others, from French symbolist Pierre Puvis de Chavannes; and in printmaking, also from Francisco de Goya and Honoré Daumier, whose works he studied in Paris. Through his prints he captured a prominent position within German Symbolism. In his paintings, which use naturalistic methods, he brings mythological and Christian themes to the present, while in his etching series, reality and phantasy blend to seemingly surreal depictions. Themes such as love, yearning, Eros, and Thanatos thus continually return in his work.
Klinger created the series "Paraphrase über den Fund eines Handschuhs" (a paraphrase on the discovery of a glove) when he was twenty-one years old. He first called it "Fantasien über einen gefundenen Handschuh, der Dame, die ihn verlor, gewidmet" (fantasies about a found glove, dedicated to the lady who lost it). The drawings, which were printed three years later as a series of etchings, are evidence of a surreal approach to reality. Beginning with the banal circumstance that a young woman loses a glove when roller skating, which is found by a young man, a series of scenes arises that hints at the spiritual constitution of the finder.
The series begins quite realistically with the depiction of a group of people before a roller skating rink; to the left, the artist himself can be seen (with a dark beard), to the right, a young woman whom two men are greeting. This is the "Place" of the happening; the "plot" is the loss of the glove, which Klinger depicts with diagonal lines that recall the swinging of a clock’s pendulum, in the middle of the picture a woman with her back turned to us. The actual drama begins afterward, whereby the glove becomes an object of desire and longing. The glove is threatened by a stormy lake; it becomes the driver of a horse and carriage; in enlarged form, it nightmarishly haunts the dreaming youth; and is finally carried away by a monster. In the end, the resting fetish lies under a rose tree, guarded by Amor. [Beatrice von Bormann, 2014]
Max Klinger gilt als einer der wichtigsten Maler, Bildhauer und Grafiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Deutschland. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Karlsruhe wohnte Klinger hauptsächlich in Leipzig, reiste jedoch viel durch ganz Europa und nahm zahlreiche Einflüsse von Zeitgenoss:innen auf, unter anderem vom französischen Symbolisten Pierre Puvis de Chavannes, in der Grafik jedoch auch von Francisco de Goya und Honoré Daumier, deren Werke er in Paris studierte. Durch seine Grafik nimmt er eine herausragende Stellung innerhalb des deutschen Symbolismus ein; während seine Gemälde mit naturalistischen Stilmitteln mythologische und christliche Themen in die Gegenwart holen, vermischen sich in Klingers Radierzyklen Realität und Fantasie zu surreal anmutenden Darstellungen. Themen wie Liebe, Sehnsucht, Eros und Thanatos kehren dabei immer wieder.
Der Zyklus „Paraphrase über den Fund eines Handschuhs" schuf Klinger mit 21 Jahren. Er nannte ihn zunächst „Fantasien über einen gefundenen Handschuh, der Dame, die ihn verlor, gewidmet". Die Zeichnungen, die drei Jahre später als Radierzyklus gedruckt wurden, zeugen von einem surrealen Zugang zur Wirklichkeit. Ausgehend von der banalen Begebenheit, dass eine junge Dame beim Rollschuhlaufen einen Handschuh verliert, der von einem jungen Mann gefunden wird, entsteht eine Reihe von Szenen, die auf die seelische Verfassung des Finders hindeuten.
Der Zyklus beginnt recht realistisch mit der Darstellung einer Menschengruppe vor einer Rollschuhbahn; links ist der Künstler selbst zu erkennen (mit dunklem Bart), rechts eine junge Dame, die von zwei Herren begrüßt wird. Dies ist der „Ort" des Geschehens; die „Handlung" ist der Verlust des Handschuhs, den Klinger mit diagonalen Linien darstellt, die an die Schwingung eines Uhrpendels erinnern, in der Bildmitte die Rückenfigur einer Dame. Danach beginnt das eigentliche Drama, in dem der Handschuh zum Objekt der Begierde und der Sehnsucht wird. Er wird von stürmischer See bedroht, betätigt sich als Lenker eines Pferdegespanns, sucht alptraumhaft vergrößert den träumenden Jüngling heim und wird schließlich von einem Monster weggetragen. Am Ende liegt der ruhende Fetisch von Amor bewacht unter einem Rosenstock. [Beatrice von Bormann, 2014]
Bibliography
- K Kli 77Max Klinger : Malerei - Graphik - PlastikWien1981107 c90illustrated
- K Kli 74Max Klinger : Graphic WorkStuttgart1981369illustrated
- ÖKat Sal MdM 32Dunkle Szenen : Meisterwerke zyklischer Graphik von Goya bis DubuffetSalzburgRupertinum199259illustrated
- K Kli 73Max Klinger 1857-1920 : Ein Handschuh : Traum und künstlerische WirklichkeitFrankfurt am MainStädtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut Graphische Sammlung199216illustrated
- Rara Kli 1Max Klingers Radierungen, Stiche und SteindruckeBerlinAmsler & Ruthardt190911542
- K Kli 75Max Klinger : Leben und WerkGüterslohPrisma198436illustrated
- K Kli 72Max Klinger : Original-Druckgraphik aus dem Besitz des Oldenburger StadtmuseumsOldenburgIsensee19758159illustrated
- K Kli 5Max Klinger : Wege zum GesamtkunstwerkMainzPhilipp von Zabern1984144138illustrated


