Edith Schiele ihren Mann umarmend
Die berührende Zeichnung zeigt Egon Schiele in inniger
Umarmung mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Edith, geborene
Harms, die gegenüber von Schieles Atelier in einem
Haus in der Hietzinger Hauptstraße wohnte. 1914 bahnte sich
eine Tändelei zwischen den beiden an. Nach der Trennung
Schieles von seiner langjährigen Lebensgefährtin Wally Neuzil,
die zugleich Muse und Modell gewesen war, heirateten Edith
und Egon Schiele im Juni 1915 kurz nach Schieles Einberufung
zum Kriegsdienst. Dem Paar war kein Happy End beschieden.
Ab 1918 grassierte die Spanische Grippe, die mehr Menschenleben
fordern sollte als der Erste Weltkrieg. Edith, im sechsten
Monat schwanger, erkrankte. Schiele, mittlerweile selbst
infiziert, zeichnete seine Frau noch ein letztes Mal im Sterbebett
und folgte ihr drei Tage später, am 31. Oktober 1918, in den
Tod nach. Seine letzten Worte, die seine Schwägerin Adele
Harms festhielt, sollten sich bewahrheiten: „Der Krieg ist aus –
und ich muss geh’n!“ [1]
Trotz seines kurzen Lebens zählt Schiele neben Richard
Gerstl, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den Schlüsselfiguren
der Moderne in Österreich. Seine expressive Bildsprache
und seine radikalen Körperdarstellungen wurden wegweisend
für zahlreiche Künstler:innen des 20. Jahrhunderts
wie beispielsweise Günter Brus, Francis Bacon oder Elke Sylvia
Krystufek. (Barbara Herzog)
[1] Zit. nach Rudolf Leopold, Egon Schiele – Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Salzburg und Wien: Residenz Verlag, 1979, S. 17.
This moving drawing shows Egon Schiele in an intimate embrace
with his new wife Edith, née Harms, who lived in a house
on Hietzinger Hauptstraße opposite Schiele’s studio. In 1914,
a love affair began between the two. After Schiele’s separation
from his long-term partner, his model and muse Wally
Neuzil, Edith and Egon married in June 1915, shortly after
his conscription into military service. The couple were to meet
a sad end. The 1918–1919 influenza pandemic was running
rampant and is said to have claimed more lives than the First
World War. Edith, who was six months pregnant, fell ill.
Schiele, by now infected himself, drew his wife one last time
in her deathbed, following her into death three days later
on 31 October 1918. His final words, recorded by his sister-in-
law Adele Harms, proved true: “The war is over—and I
must go!” [1]
Despite his short life, Schiele joins Richard Gerstl, Gustav
Klimt, and Oskar Kokoschka as one of the key figures of
Modernism in Austria. His expressive pictorial language and radical
representations of the body blazed a trail for a number
of twentieth-century artists, including Günter Brus, Francis
Bacon, and Elke Sylvia Krystufek. (Barbara Herzog)
[1] Quoted from Rudolf Leopold, Egon Schiele—Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen (Salzburg and Vienna: Residenz Verlag, 1979), 17.
- ÖKat Sal MdM 582The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202440
- ÖKat Sal MdM 581Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202440
- SKat 255The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024296-297illustrated
- K Sch 516Egon Schiele : The complete works ; including a biography and a catalogue raisonnéNew YorkHarry N. Abrams19901790557illustrated
- The Grafik 179Im Blätterrausch : Zeichnungen, Aquarelle, Collagen bis 1945SalzburgMuseum der Moderne Salzburg201054illustrated
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024296-297illustrated
- SKat 251The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202440
- ÖKat Sal MdM 602The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202427
- SKat 250Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202440
- ÖKat Sal MdM 598The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024296-297illustrated
- ÖKat Sal MdM 601Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202427
- SKat 254Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024296-297illustrated
- K Sch 587Changing times : Egon Schiele's last years 1914-1918KölnVerlag der Buchhandlung Walther und Franz König2025125illustrated
- SKat 257The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202427
- ÖKat Sal MdM 342Im Blätterrausch : Zeichnungen, Aquarelle, Collagen bis 1945SalzburgMuseum der Moderne Salzburg201054illustrated
- SKat 256Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202427
- K Sch 584Zeiten des Umbruchs : Egon Schieles letzte Jahre 1914-1918KölnVerlag der Buchhandlung Walther und Franz König2025125illustrated
There are no works to discover for this record.


