Brennen und Gehen, Salzburg Festival Sommer
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„Der Umgang einer Gesellschaft mit Pflanzen ist auch ein Spiegelbild
ihrer selbst.“ [1] Mit dieser Haltung prägte Lois Weinberger
seit den 1990er-Jahren die Debatte um das Thema „Kunst
und Natur“ wesentlich mit. Sein besonderes Interesse galt dabei
den Ruderalpflanzen, die sich wegen ihrer Anspruchslosigkeit
erfolgreich an Bahngleisen, Brachen, Straßenrändern oder
Schuttplätzen ansiedeln und zu Unrecht als „Unkraut“ gelten.
Sie konterkarieren unsere Vorstellung von der durch den
Menschen gebändigten Natur und stehen in Weinbergers Werk
als Sinnbild für alles Unerwünschte und Dissidente.
Während der Salzburger Sommerfestspiele 1993 erregte
Lois Weinberger mit einem subversiven Pflanzentransfer in den
Stadtraum Aufmerksamkeit. Er riss am Anton-Neumayr-Platz
den Asphalt auf einer Fläche von 800 mal 600 Zentimeter auf
und überließ das umzäunte Areal sich selbst. Flugsamen
sorgten für die Bepflanzung. Auch die von Passanten über die
Absperrung geworfenen Abfälle wurden nicht entfernt – sie
sind Bestandteil des Werkes. Als Metapher für die Migrationsprozesse
unserer Zeit ist die Arbeit aktueller denn je. (Barbara Herzog)
[1] Zit. nach „Fragen an Lois Weinberger von Jessica Ullrich, Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Universität der Künste und Bergit Arrends, Kuratorin am Nature History Museum, London, August / September 2010“, in: Lois Weinberger, Hg. Philippe van Cauteren, Ostfildern: Hatje Cantz Verlag, 2013, S. 63.
“A society’s treatment of plants is also a reflection of itself.” [1]
Lois Weinberger’s attitude has had a substantial impact
on the debate around the theme of “art and nature” since the
1990s. His specific interest in this debate was ruderal plants,
which, due to their simplicity, are able to seed successfully on
railway tracks, fallow land, roadsides, and rubbish dumps—
and are wrongly branded “weeds.” They go against our notions
of a nature tamed by humans and are used in Weinberger’s
work as a symbol of all dissidents and undesirables.
At the Salzburg Festival in 1993, Weinberger attracted
attention with a subversive transfer of plants into urban space.
He ripped up an area of pavement measuring 800 by 600
centimeters on Anton-Neumayr-Platz and left the fenced-off
plot to its own devices. The area was planted by wind-dispersed
seeds. Rubbish thrown over the fence by passersby
wasn’t removed either: It was part of the artwork. As a
metaphor
for contemporary processes of migration, the work
is more relevant
than ever. (Barbara Herzog)
[1] Quoted from “Fragen an Lois Weinberger von Jessica Ullrich, Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Universität der Künste und Bergit Arrends, Kuratorin am Nature History Museum, London, August / September 2010,” in Lois Weinberger, ed. Philippe van Cuteren (Ostfildern: Hatje Cantz, 2013), 63.


