Lieber Henry
Künstler:in
Annerose Riedl
(geboren 1949)
Date1992
MediumBronze, bemalt
Display DimensionsSkulptur / Plastik: 24,5 x 50 x 8 cm (245 x 500 x 80 mm)
ClassificationsSkulpturen, Objekte, Installationen
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg
Object numberBA 14854
Provenance1996 Ankauf
About the workDie Frau steht im Zentrum des Schaffens der Bildhauerin
Annerose Riedl. Ihre Figuren, für die sie eine eigenständige
Formensprache entwickelt hat, strahlen Stolz und Selbstbewusstsein
aus und wirken in ihrer archaischen Massigkeit
dennoch grazil. Riedls Skulpturen sind meist aus Lindenholz
oder aus Bronze gefertigt und farbig gefasst. Mit ihrer
Direktheit und der groben Bearbeitung ihrer Frauenfiguren
hinterfragt die Künstlerin nicht nur die Oberflächlichkeit
unserer von Selbstoptimierung geprägten Welt, sondern bietet
dem von Männern geprägten Frauenbild die Stirn.
„Lieber Henry“ ist eine „Hommage“ an den britischen Bildhauer Henry Moore und die für sein Werk typische abstrahierte „ruhende Frau“. Während Moores auf abgerundete Formen reduzierte Frauenfiguren schwer und teils ungelenk wirkend auf ihren Sockeln ruhen, blickt Riedls weiblicher Akt nicht nur keck mit geschürzten Lippen und perfekt sitzender Frisur in die Ferne, sondern sie schwebt trotz der Üppigkeit ihres Körpers förmlich über einem sichelartigen, blau gefassten Bogen, den sie nur leicht an Ferse und Gesäß berührt. Der Reduktion auf das Objekthafte der von einem männlichen Künstler geschaffenen Frauenfigur setzt Riedl die Sinnlichkeit im Blick auf das eigene Geschlecht entgegen. (Tina Teufel)
„Lieber Henry“ ist eine „Hommage“ an den britischen Bildhauer Henry Moore und die für sein Werk typische abstrahierte „ruhende Frau“. Während Moores auf abgerundete Formen reduzierte Frauenfiguren schwer und teils ungelenk wirkend auf ihren Sockeln ruhen, blickt Riedls weiblicher Akt nicht nur keck mit geschürzten Lippen und perfekt sitzender Frisur in die Ferne, sondern sie schwebt trotz der Üppigkeit ihres Körpers förmlich über einem sichelartigen, blau gefassten Bogen, den sie nur leicht an Ferse und Gesäß berührt. Der Reduktion auf das Objekthafte der von einem männlichen Künstler geschaffenen Frauenfigur setzt Riedl die Sinnlichkeit im Blick auf das eigene Geschlecht entgegen. (Tina Teufel)
The woman is at the center of the sculptor Annerose Riedl’s
work. Her figures, for which she has developed a unique formal
language, exude self-confidence and pride, graceful in spite
of their archaic blockiness. Riedl’s sculptures are mostly made
from limewood or painted bronze. Through her directness
and the roughness of her female figures, Riedl not only questions
the superficiality of our self-optimization obsessed
world, but confronts the image of women as defined by men.
“Lieber Henry” (Dear Henry) is a “homage” to the British sculptor Henry Moore and the abstracted “reclining woman” typical of his work. While Moore’s female figures, reduced to rounded forms, recline heavily and at times awkwardly on their plinths, Riedl’s female nude gazes defiantly into the distance with pursed lips and perfectly coiffed hair; despite the voluptuousness of her body, however, she essentially floats above a blue, crescent-shaped arch, grazing it with her heel and buttocks. Riedl responds to the objectivity of the female figure created by a male artist with the sensuality of her own gender. (Tina Teufel)
“Lieber Henry” (Dear Henry) is a “homage” to the British sculptor Henry Moore and the abstracted “reclining woman” typical of his work. While Moore’s female figures, reduced to rounded forms, recline heavily and at times awkwardly on their plinths, Riedl’s female nude gazes defiantly into the distance with pursed lips and perfectly coiffed hair; despite the voluptuousness of her body, however, she essentially floats above a blue, crescent-shaped arch, grazing it with her heel and buttocks. Riedl responds to the objectivity of the female figure created by a male artist with the sensuality of her own gender. (Tina Teufel)
Bibliography
- ÖKat Sal MdM 601Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202437
- ÖKat Sal MdM 598The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024294-295illustrated
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024294-295illustrated
- ÖKat Sal MdM 602The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202437
- SKat 251The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202438
- ÖKat Sal MdM 581Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202438
- SKat 256Die Sammlungen : Der Raum in unseren KöpfenSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202437
- SKat 255The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024294-295illustrated
- SKat 257The collections : Body spaceSalzburgMuseum der Moderne Salzburg202437
- SKat 250Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202438
- K Rie 18Annerose RiedlSchärding1992o.S.illustrated
- SKat 254Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024294-295illustrated
- ÖKat Sal MdM 582The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202438


