Indesit
Künstler:in
Martha Jungwirth
(geboren 1940)
Date1976
MediumBleistift und Pastell auf Papier
Display DimensionsBlatt: 152 x 158,5 cm (1520 x 1585 mm)
ClassificationsGrafik
Credit LineMuseum der Moderne Salzburg
Object numberBA 2580
Provenance1981 Ankauf
About the workFür Künstlerinnen war es im 20. Jahrhundert nicht einfach, im
männerdominierten Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Sie bewegten
sich in einem Umfeld, in dem die wichtigsten Positionen –
Museumsdirektionen,
Rektorate und Leitung der Meisterklassen
der Kunstuniversitäten und natürlich die Chefsessel in den
Kunstministerien ausschließlich von Männern besetzt waren.
Martha Jungwirth war die einzige Frau innerhalb der losen Künstler:innengruppe Wirklichkeiten und erschloss sich in ihren frühen Arbeiten ein ganz besonderes Themenfeld. Sie erforschte mit kritischem Blick das häusliche Umfeld und dekonstruierte die technischen Geräte, die vorgeblich im Dienst der Hausfrauen stehen. Denn mit der zunehmenden Technisierung ging auch eine Verschleierung und Abwertung der Hausarbeit einher. Gleichzeitig verarbeitete sie die Eindrücke ihrer Reise nach New York: die dampfenden Kanaldeckel, die Lichter und den Lärm der Großstadt. Jungwirth bannte ihre „Hausfrauenmaschinen“ auf riesige Papierformate und benannte die Zeichnungen mit feinem Humor nach dem italienischen Gerätehersteller Indesit. 1977 reüssierte sie mit diesen Arbeiten auf der „documenta 6“ in Kassel. Nach diesen frühen Erfolgen erfuhr die Künstlerin erst Jahrzehnte später breite Anerkennung. 2021 verlieh ihr die Republik Österreich den Großen Österreichischen Staatspreis, die höchste Auszeichnung für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk. (Barbara Herzog)
Martha Jungwirth war die einzige Frau innerhalb der losen Künstler:innengruppe Wirklichkeiten und erschloss sich in ihren frühen Arbeiten ein ganz besonderes Themenfeld. Sie erforschte mit kritischem Blick das häusliche Umfeld und dekonstruierte die technischen Geräte, die vorgeblich im Dienst der Hausfrauen stehen. Denn mit der zunehmenden Technisierung ging auch eine Verschleierung und Abwertung der Hausarbeit einher. Gleichzeitig verarbeitete sie die Eindrücke ihrer Reise nach New York: die dampfenden Kanaldeckel, die Lichter und den Lärm der Großstadt. Jungwirth bannte ihre „Hausfrauenmaschinen“ auf riesige Papierformate und benannte die Zeichnungen mit feinem Humor nach dem italienischen Gerätehersteller Indesit. 1977 reüssierte sie mit diesen Arbeiten auf der „documenta 6“ in Kassel. Nach diesen frühen Erfolgen erfuhr die Künstlerin erst Jahrzehnte später breite Anerkennung. 2021 verlieh ihr die Republik Österreich den Großen Österreichischen Staatspreis, die höchste Auszeichnung für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk. (Barbara Herzog)
In the twentieth century, it was difficult for female artists to gain
a foothold in the male-dominated art scene. They operated
in an environment where the most important functions—museum
directorships, rectorships, leading master classes at universities
of art, and of course executive positions at ministries of art—
were occupied exclusively by men.
Martha Jungwirth was the sole woman in the loose artists’ group Wirklichkeiten (Realities) and dedicated her early work to a unique theme. She turned a critical gaze on the household environment and deconstructed the technical appliances allegedly in service to housewives because housework is correspondingly devalued and disguised with the increasing advancement of technology. She also incorporated impressions from her travels to New York: The steaming manhole covers, the lights, and the noise of the big city. Jungwirth captured her “housewife machines” on enormous sheets of paper and, in a display of subtle wit, named the drawings after the Italian appliance manufacturer Indesit. In 1977, this work was included in “documenta 6” in Kassel. After these early successes, the artist gained widespread recognition only decades later. In 2021, the Republic of Austria presented her with the Austrian State Prize, the highest award for outstanding artistic achievement. (Barbara Herzog)
Martha Jungwirth was the sole woman in the loose artists’ group Wirklichkeiten (Realities) and dedicated her early work to a unique theme. She turned a critical gaze on the household environment and deconstructed the technical appliances allegedly in service to housewives because housework is correspondingly devalued and disguised with the increasing advancement of technology. She also incorporated impressions from her travels to New York: The steaming manhole covers, the lights, and the noise of the big city. Jungwirth captured her “housewife machines” on enormous sheets of paper and, in a display of subtle wit, named the drawings after the Italian appliance manufacturer Indesit. In 1977, this work was included in “documenta 6” in Kassel. After these early successes, the artist gained widespread recognition only decades later. In 2021, the Republic of Austria presented her with the Austrian State Prize, the highest award for outstanding artistic achievement. (Barbara Herzog)
Bibliography
- ÖKat Sal MdM 598The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024260-261illustrated
- ÖKat Sal MdM 582The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202432
- SKat 250Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202432
- SKat 255The collections : Playing rules! Breaking free. Breaking down walls! Body spaceMünchenHirmer2024260-261illustrated
- ÖKat Sal MdM 581Die Sammlungen : Räume öffnen!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202432
- ÖKat Sal MdM 107Innovativ : Wege postinformeller österreichischer Bildkunst ; aus dem Besitz der Salzburger Landessammlungen RupertinumSalzburgSalzburger Landessammlungen Rupertinum198569illustrated
- ÖKat Sal MdM 597Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024260-261illustrated
- SKat 254Die Sammlungen : Spielen heißt verändern! Freies Spiel der Kräfte. Räume öffnen! Der Raum in unseren KöpfenMünchenHirmer2024260-261illustrated
- SKat 251The Collections : Breaking down walls!SalzburgMuseum der Moderne Salzburg202432


